Am Donnerstag Abend wollte NOK zum Wochenendtrip in London eintreffen. Der von OJB vorgeschlagene Treffpunkt erwies sich allerdings als Falle, da die angegebene U-Bahn gar nicht an dieser Station vorbeikam. Zum Glück hatte NOK dies kurz vorher noch kontrolliert und einen alternativen Treffpunkt vorgeschlagen, an dem OJB dann auch pünktlich eintraf. Die Freude von NOK ihn zu sehen steigerte sich erheblich, als OJB sogleich zwei Bierdosen hervor holte. Allerdings dauerte es nur wenige Sekunden, dann verfinsterte sich NOK´s Mine deutlich. Was war passiert? Er hatte eine englische Dosenaufschrift mit "alkoholfrei" übersetzt. War sein Englisch so schlecht oder hatte OJB etwa...? Er hatte !!! Angewidert öffnet NOK die Dose und nahm einen vorsichtigen Schluck... Kurze Zeit später erreichte man die Unterkunft und saß umgehend im nächstgelegenen Pub. Dort organisierte OJB das erste Bier. Ob es diesmal wirklich Alkohol enthielt, konnte NOK nicht mit letzter Sicherheit feststellen. Zweifel blieben...
Anmerkung von OJB: Meine Entscheidungssituation laesst sich wie folgt beschreiben: Ich kam voellig abgehetzt und genervt im Supermarkt an. Abgehetzt, weil NOK den Anreiseplan 37 mal umgestellt hat und ich mich jedesmal auf eine neue Variante einstellen musste. Genervt, weil ich NOK bald sehen musste. Darüber hinaus wusste ich, dass ich noch mein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen habe, bevor NOK meine Bleibe betritt. Ich stand also mächtig unter Druck und vor dem Bierregal. Es ist ja wohl klar, dass ich fuer NOK nur das Nötigste ausgebe. Also habe ich blindlinks in den linken unteren Teil des Regales nach den blauglaenzenden Dosen gegriffen. Der Inhalt war mir völlig egal. Hauptsache NOK hat nachher eine Dose in der Hand.
Anmerkung von NOK: Keine Ausreden, wer alkoholfreies Bier kauft, zündet auch Häuser an...
Am nächsten Tag verabredete man sich nachmittags vor OJB´s Arbeitsstelle. Diesmal war NOK mit dem Treffpunkt überfordert und konnte das Gebäude nicht lokalisieren. Aber zum Glück hatte OJB sein Handy wie immer zur Hand und war gerade mal nicht mit SMS-schreiben beschäftigt.
Anmerkung von OJB: Ich war auch schon wieder völlig genervt. Da kann man keine SMS schreiben.
Anmerkung von NOK: Na gut, aber es blieben immer noch 473 SMS in drei Tagen...
Dann wollte man sich sogleich ins kostspielige Londoner Nachtleben stürzen. Um wenigstens etwas zu sparen hatte NOK extra eine günstige "BVG-Tageskarte" erworben, allerdings hatte er diese plötzlich nicht mehr präsent, so dass ein neuer Fahrschein nötig wurde. In dem angenehmen Disco-Pub, den man dann zusammen mit einem Arbeitskollegen von OJB aufsuchte, schaffte man nach dem vorab Konsum von einigen Rum-Cola noch jeweils 10 alkoholische Getränke von Whiskey über Gin und Wodka bis Bier. Damit war NOK nach dem Bierreinfall des Vortages wieder versöhnt...
Anmerkung von OJB zur Flasche Rum: Eine der wenigen Guten Taten von NOK waehrend seines Aufenthaltes.
Anmerkung von NOK: Bei Alkohol macht mir keiner etwas vor...
Am Samstagmorgen gegen 9 Uhr wurde NOK unsanft geweckt. Ein Verrückter muss im angrenzenden Bad um diese Zeit eine Waschmaschine angeworfen haben. Mit Mühe konnte er noch mal einschlummern und stand erst gegen Mittag wieder halbwegs nüchtern auf. OJB war bereits fit und erzählte stolz davon, dass er sogar schon heute morgen gewaschen hatte...
Anmerkung von OJB: Ich habe auch noch gebadet und meine Hemden gebuegelt. Waehrend NOK stinkend in seinem Bett geschnarcht hat.
Anmerkung von NOK: Da fällt mir ein, OJB hat sich auch täglich 3-4 Mal die Füße gewaschen. Scheint so eine "Macke" zu sein...
Nachdem man einige Zeit im Hyde Park das schöne Wetter genossen hatte, entschied man sich erst spät, spontan das Openair-Festival in Brighton zu besuchen. Dazu war eine knapp einstündige Bahnfahrt notwendig. Allerdings sorgte der Alkoholwahn von NOK, der sich weigerte diese ohne zusätzliche hochprozentige Alkoholressourcen (Bier hatte man sowieso besorgt) anzutreten, dafür, dass man sich kurz vor der Abfahrt trennen musste. Und da die Zeit extrem knapp wurde, erreichte NOK gerade noch den Zug und fuhr Richtung Brighton los, während OJB noch wie vereinbart am Ticketschalter verharrte.
Anmerkung von OJB: Ihr koennt Euch gar nicht vorstellen, wie ich mich freute, als ich den Zug von hinten abfahren sah. Leider wurde ich gezwungen, mit dem nächsten nachzukommen; ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellte.
Anmerkung von NOK: Meine Freunde war mindestens genauso groß, dich endlich loszuwerden. Aber wer zum Teufel hat dich gezwungen in den nächsten Zug einzusteigen.
Als OJB dann auch endlich in Brighton ankam, waren die Alkoholvorräte auch schon fast alle. Die 250.000 (!!!) Besucher ließen nahezu eine Loveparade-Atmosphäre aufkommen, von der Julian (der besagte Kollege) mit seiner Phobie nach einer bestimmten Italienerin, die sich nach unbestätigten Gerüchten auch in dem Ort aufhielt, keine Notiz nahm. Leider endete das Konzert gegen 23 Uhr und da man wegen der Fülle nicht die geringste Chance hatte in eine Bar oder Club zu kommen, entschied man sich gegen Mitternacht nach London zurückzufahren. Aber die Rechnung hatte man ohne die Bahn gemacht. Anstelle von Sonderzügen und Zusatzbussen erfuhr man, dass der nächste Zug anstatt regulär um 4 Uhr erst um 7 Uhr abfahren würde. Die für 4 Uhr angekündigten Ersatzbusse konnten nicht mal einen Bruchteil der wartenden Menschenmenge, die von starken Polizeikräften "beschützt" wurden, transportieren. So blieb also nach Prüfung aller Möglichkeiten (Taxi, Hotel) nur einen möglichst warmen Schlafplatz zu suchen, was trotz intensivster Bemühungen auch nicht gelang, so dass man sich schließlich bei inzwischen kühlen Temperaturen nur an einen Bordstein zur kurzfristigen Nachtruhe begeben konnte und damit aufgrund fehlendem Equipment sicher jedem Obdachlosen weltweit unterlegen war. Gegen 9 Uhr wurden wir erstaunlicherweise nicht in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses eingeliefert, sondern erreichten unsere gut beheizte Unterkunft.
Anmerkung von OJB: NOK hatte sich zu einer weiteren Guten Tat hinreissen lassen und dem schlafenden OJB einen Snack mit einer Cola im einzigen noch geoeffneten Laden, der mit einer 45 minuetigen langen Warteschlange geschmueckt war, gekauft. Jedoch gibt der (ineffiziente) Burger, den NOK waehrend des Festivals zu sich genommen hat, wieder einen Punktabzug. "NOK, das war das letzte Mal, dass ich mit Dir was getrunken habe!"
Anmerkung von NOK: Von wegen gute Tat. OJB hat sich in einem günstigen Augenblick meiner wohlverdienten Cola bemächtigt! Und ein ebenbürtiger Partner zum Saufen ist er ja sowieso nicht...
So blieb nur der Rest des Sonntages zur Erholung im Park und nach 2-3 Abschiedsbieren am Abend trennte man sich, OJB, der Montag wieder pünktlich arbeiten wollte, was er allerdings nicht schaffte, und NOK der gegen Mittag die Rückreise antrat.
Fazit: Der nächste Kurzurlaub sollte unbedingt in den Süden gehen, damit man auch eine Nacht im Freien gefahrlos überstehen kann. Übrigens, das Auto hatte NOK wieder kostenlos an der U-Bahn Jungfernheide geparkt. Vielleicht spart er ja für das nächste Kurzparkticket am Flughafen...