Zu allem Unglück wurde am Vorabend der Abfahrt von NOK das 10jährige Dienstjubiläum reichlich begossen. Er zeigte eindrucksvoll, dass er in 10 Jahren Bezirksamtskarriere seine Fähigkeiten im Alkoholkonsumieren von hohem Ausgangsniveau stark verbessert hatte, so dass er dann am nächsten Morgen gegen 10.50 Uhr den erbosten Anruf von IV, mit dem er für 10.30 Uhr verabredet war, um den Abflug um 11.25 Uhr zu erreichen schon fast wieder nüchtern aber noch verschlafen im Bett befindlich entgegen nahm. Aber was nun? NOK setzte alles auf eine Karte und versprach in spätestens einer Minute loszufahren. Gesagt, getan, mit 140 km/h über die Stadtautobahn, einige Minuten im Stau am Jakob-Kaiser-Platz und schon, 10 Minuten vor Abflug, erreichte er das Flughafengelände. In der erstbesten Kurzparkzone stellte er den Wagen ab und war dann ca. gegen 11.17 Uhr am Schalter. Zwar hatte er keine Papiere, kein Geld, keine Kreditkarten, keine Zahnbürste, eigentlich so gut wie gar nichts dabei, allerdings konnte er stolz die Flugtickets präsentieren. Als Belohnung für die Verspätung zeigte sich Lufthansa generös und platzierte die beiden in der ausgebuchten Maschine in der Business-Class. Dort hinterließ NOK allerdings nicht den besten Eindruck, war er nicht nur ungewaschen, sondern auch noch so wie vor 30 Minuten im Bett angezogen (Turnhose, schmutziges, zerknittertes T-Shirt; wenn das TB wüßte...). Die Maschine landete dennoch pünktlich in Köln, wo die beiden herzlich von JK begrüßt wurden.
Am Abend stand dann der Besuch der Kölner Innenstadt an, wo durch die Popkomm ein großes Straßenfest stattfand. IV und NOK hatten sich vorher reichlich mit Whiskey erfrischt, ehe sie dort die Cocktailstände unsicher machten. Dabei war NOK schon wieder in Bestform, in dem er die Verkäufer zu exorbitanten Vodka-Redbull-Mischungen anstachelte. Später ging man dann noch, zusammen mit dem Zivi, der zufällig auch in der Gegend war und diesen geselligen Abend nicht verpassen wollte, in den "Klapperstorch", einen Pflaumenbaum für FC-Fans (und hier ist nicht Schalke gemeint!). Es wurde ein lustiger Abend, an dem IV mindestens 97% der anwesenden Frauen angesprochen, bzw. vollgelabert hat, bis plötzlich ein völlig betrunkener FC-Fan (weiterhin Köln!) Sabine, die Freundin von JK, unglücklich anrempelte, so dass diese zu Boden ging und sich vermutlich eine schmerzhafte Prellung zu zog. Daraufhin reagierten die Sicherheitsleute und innerhalb weniger Minuten war der Eingang der Disco von 8 Polizisten umstellt und ein Rettungswagen rauschte ebenfalls herbei. Dieser beängstigende Aufmarsch trug nicht gerade zur Verbesserung des Gesundheitszustandes von Sabine bei. Dennoch entschied sie sich, anstatt gemütlich mit der Feuerwehr zur Untersuchung ins Krankenhaus zu fahren, die eigentlich hilflosen Personen IV und NOK mit dem eigenen Auto nach Hause zu bringen.
Am Samstag stand der eigentliche Höhepunkt, das erste Punktspiel des FC (jetzt ist endlich unser Lieblingsverein Schalke 04 gemeint) in dem neuen Stadion bevor. Überraschenderweise wollte Sabine nach den nächtlichen Ereignissen nicht mitkommen und noch überraschender IV und NOK waren auf dem Weg zum Stadion kaum zu überzeugen einen kleinen Schluck Gerstensaft zu sich zu nehmen.
Die neue Schalke-Arena
Die Atmosphäre in der Arena auf Schalke war einmalig und das Spiel eine klasse Bundesligapartie mit allen erdenklichen Höhepunkten. Sogar der Ausgleich in der letzten Minute konnte die Stimmung nicht trüben. Erst als die drei Siemensstädter nach dem Spiel, sowieso völlig k.o., einen fast 3 Kilometer Fussmarsch von Parkplatz zu Parkplatz absolvierten, um noch mit dem Auto mitgenommen zu werden, sank die Laune nahe Null. Kein Wunder, das der Abend alkoholfrei zu Hause vor dem Fernseher verbracht wurde und selbst NOK nur sehr sporadisch einen "richtigen Saufabend" forderte.
Am Sonntag konnte man sich somit fit auf den Kurztrip nach Holland machen. NOK wurde für alle Fälle mit dem Personalausweis von JK ausgestattet, auch wenn er jegliche Ähnlichkeiten als rein zufällig bezeichnete. Das Spiel Fortuna Sittard gegen Vitesse Arnheim war leider mindestens drei Klassen schlechter als das Schalkespiel, aber das Wetter war super...
Abends machte man sich rechtzeitig auf zum Flughafen, hatte man doch aus den kleinen Pannen des Hinfluges gelernt, aber als man dann beim Einchecken unerwartet wieder das Flugticket vorzeigen sollte passierte es: IV begann zu suchen und hoffte NOK könnte auch sein Ticket hervorzaubern; der aber war nach einem Blick in sein übersichtliches Gepäck überzeugt, dass IV sein eigenes Ticket haben muss. Es begann eine längere Diskussion über Sinn und Unsinn eines Flugtickets, wenn man doch nachweislich den Flug gebucht und bezahlt hatte. Inzwischen waren die letzten Passagiere eingestiegen. IV, der kurz davor war weitere 500 DM für einen Rückflug auszugeben, erhielt schließlich von der nach Feierabend sehnenden Mitarbeiterin die Bordkarte mit der Maßgabe, das Ticket unbedingt nachzuliefern. Der Ausruf im Flugzeug, nach der Landung das Bodenpersonal aufzusuchen, wurde von IV einfach ingoriert.
NOK hatte zur Registrierung schon einen Zettel am Auto. Der Einwurf der Parkmünze in den Automaten löste eine längere Sprachlosigkeit aus, die man eigentlich eher JK gewünscht hätte. 704 DM (in Worten: Siebenhundertvier !!!) sollte der gut zweitägige Parkspass kosten. Völlig verschreckt von dieser Fehlfunktion des Parkautomaten ging man in das Parkbüro. Dort wurde dies kurz bestätigt, ehe man freundlich aber bestimmt auf die Parkordnung und die veröffentlichte Preistafel mit dem Hinweis aufmerksam gemacht, dass die ersten zwanzig Minuten völlig kostenfrei seien. Noch ehe NOK das in Black-Jack-Minuten umrechnen konnte und kleinlaut ein "Das zahl´ ich nicht!" herausbrachte, konnte IV ein idealausgewähltes "Schweigegeld" in Höhe von 200,- DM vereinbaren. Dann fuhren beide, um zahlreiche Erfahrungen, die man kaum in einem sechswöchigen USA-Urlaub gesammelt hätte, reicher, vom Parkplatz...