Nach intensiven Kontrollen wurde sogar IV trotz unbezahlter Strafzettel und mehreren Feuerzeugen die Einreise in die USA gestattet. TB, alias Thoma Bausch, hatte wegen seiner Anonymität sowieso keine Probleme. Die kurze Umsteigeverbindung in Philadelphia wurde auf Wunsch des Sport- und Stadionfetichisten IV zum spontanen Besuch eines NHL-Spiels genutzt. Als man dann aber 30 Minuten vor Weiterflug immer noch vor der Halle im strömenden Regen vergeblich auf ein Taxi wartete und auch die Polizei nicht helfen wollte, schien der Anschlußflug buchstäblich ins Wasser zu fallen. Dann aber, dank Mr. Struhtzberg, kam man noch rechtzeitig zum Flughafen. Dort suchte man zunächst vergeblich nach dem richtigen Gate. Dabei hielt NOK verschiedene Verwirrungstaktiken bereit. Zunächst nannte er mehrere unzutreffende Flugsteige, dann als A7 endlich gefunden war, hatte er seine Bordkarte verloren...

In Buffalo standen die Koffer, die anscheinend eine frühere Maschine bevorzugt hatten, schon bereit. Am nächsten Morgen trübte nur ein Schneesturm die gute Laune. Die Besichtigung der eisigen Niagarafälle wurde auf ein Minimum beschränkt, drängte NOK doch darauf, endlich ins wenige Meter entfernte Casino zu gehen, anstatt sich das langweilige "Geplätscher" anzusehen.

Das Frühstück bei Dennies am nächsten Tag wird TB wohl längere Zeit in Erinnerung behalten. Die dumme amerikanische Bedienung servierte ihm erst einen nicht bestellten Kaffee und dann wußte sie nicht einmal wie man "eggs behind" zubereitet.

Am Abend in Toronto gab es im Air Canada Center eine naturwissenschaftliche Sensation. Nachdem sich die drei nach dem Basketballspiel verloren hatten, behaupteten sie alle übereinstimmend an der selben Stelle am Haupteingang gewartet zu haben, allerdings ohne sich dort wieder zu treffen. Ob dieses Phänomen für den nächsten Nobelpreis in Frage kommt läßt sich noch nicht abschätzen.


IV war bei allen Sportereignissen stets mit voller Leidenschaft dabei...

Die größten Probleme traten in der Regel nachts auf. Nachdem TB regelmäßig nach höchstens 13 Sekunden in einen mindestens 10-stündigen Tiefschlaf fiel, überboten sich NOK und IV im nicht einschlafen können. IV lernte dann während der Nacht wenigstens die Lage der US-Bundesstaaten, während NOK ausschließlich damit beschäftigt war, sich von TB einen kleinen Teil der gemeinsamen Zudecke sowie einen ca. 34 prozentigen Anteil an der Liegefläche zurückzuerobern.

Dennoch nahm man auch diese Schwierigkeiten erstaunlich gelassen, zumal NOK ja auch täglich, durch Tragen seines Schlafanzuges aus dem 13. Jahrhundert, für Heiterkeit sorgte. Leider wurden die obligatorischen Schneeflocken auf seiner Nachtwäsche schmerzlich vermißt.

In Chicago angekommen, mußte am Nachmittag zunächst der Mietwagen abgegeben werden. NOK, der das erledigte, hatte aber den in dieser 8 Millionen Einwohnerstadt völlig überraschenden Berufsverkehr nicht einkalkuliert, so daß er es nicht mehr zum Treffpunkt im Hotel schaffte und gleich ins United Center zum Basketball weiterfuhr. Da er dort IV und TB nicht fand, kaufte er ein Schwarzmarktticket und saß rechtzeitig zur Lasershow vor Spielbeginn in der Halle. Gegen Ende des zweiten Viertels erreichten auch die letzten beiden Zuschauer ihre Plätze, zufällig wenige Reihen vor NOK. Es waren IV und TB, die vereinbarungsgemäß so lange wie möglich im Hotel gewartet hatten. Zur Überraschung aller tauchte etwas später noch ein zweiter TB auf. Dieser bisher unbekannte Zwillingsbruder, eine nahezu perfekte Imitation unseres geliebten Siemensstädters, war wohl doch etwas zu viel des Guten, so daß man ihn nicht ansprach und darauf verzichtete auf die weitere Reise mitzunehmen.


Und noch ein Doppelgänger!

In Chicago leistete sich NOK für seinen kaputten einen niegelnagelneuen Überseekoffer. Allerdings mußte man aufpassen ihn nicht zu übersehen, da er gerade mal die Größe einer Streichholzschachtel überstieg und sicherlich dutzende Male in TB´s Koffer hinein gepaßt hätte.

Apropos Koffer, die Ordnung die TB selbst beim Verstauen der Schmutzwäsche walten ließ, war schon beeindruckend. Mit seinen Faltkünsten wäre er sicherlich Titelanwärter bei jedem Origamiwettbewerb.

Auch die anderen wollten in Chicago zahlreiche Einkäufe tätigen, dennoch war TB bereits nach wenigen Minuten wieder zurück und genoß statt dessen die Urlaubserholung auf dem Zimmer. Vielleicht hat er ja kein passendes "Geschenk zum Dienstag" gefunden.

Abends stand ein gemeinsamer Discobesuch auf dem Programm, der später von den Folgen einer größeren Anzahl von nicht ganz alkoholfreien Getränke überschattet wurde. NOK konnte sich nach Augenzeugenberichten nur mühsam auf den Beinen halten, womit er gleichzeitig für den Rauswurf aus der Disco von IV sorgte. Über den verlängerten Heimweg von NOK ist nichts Näheres bekannt; allerdings fand er sich am nächsten Vormittag mustergültig in seiner Betthälfte wieder.


Auch dafür war Zeit: der Gateway Arch in St. Louis.

In St. Louis lag die Priorität auf dem Besuch der Anheuser-Bush-Brauerei. Nach knapp zwei Stunden und der Besichtigung eines halben Zoos kam man fast verdurstet in der Gratisprobierstube an. Glücklicherweise hatte man nicht gefrühstückt, so daß die Verköstigung von drei bis vier Bechern vom Hochprozentigsten was die Brauerei zu bieten hatte, dann doch Wirkung zeigte, ehe NOK der Genuß von weiterem Alkohol untersagt wurde. Vielleicht hatte man sich bei den Brauereiverantwortlichen über die Vorkommnisse in Chicago informiert.


Diese Werbung wäre wohl nicht mehr nötig gewesen!

Bereits nach wenigen Wochen kam es zu einem überschwenglichen Jubiläum: TB verzehrte das 100. Big-Mac-Menü des Urlaubs. Leider wurde dies von McDonald´s nicht entsprechend gewürdigt, so daß TB danach sogar ab und zu eine Pizza verköstigte.

TB glänzte im Allgemeinen nicht nur mit einem fast stündlich frisch gewaschenen Gesicht, sondern zog selbst für den Besuch an der Etageneismaschine die passenden "Designer-Klamotten" an.

Gerade das regelmäßige Eis holen gestaltete sich nicht immer leicht. IV wurde erst nach einigen Tagen mit der allgemeinen Funktionsweise vertraut, TB fand in Dallas nur drei kaputte Eismaschinen, die vierte, die völlig in Ordnung war, gab auch kein Eis, obwohl sich der Motor bewegte...

In New Orleans waren IV und NOK dank eines Jazzfestes und reichlichem Alkoholkonsum selten auf der Höhe, so daß TB nicht nur souverän alleine den Mietwagen abgab und abholte, sondern sich auch intensiv mit den im Hotelzimmer befindlichen Kakerlaken beschäftigen konnte.

Bei den verschiedenen Quizspielen taten sich ebenfalls Abgründe auf. Nicht nur, daß NOK beim Zuschauerzahlen raten regelmäßig den Kürzeren zog, auch scheiterte er trotz Joker bei "Wer wird Millionär?" bereits an der 200 DM-Frage. TB hingegen als USA-Experte kannte alle Bundesstaaten, so z.B. auch den Staat Minneapolis mit der Hauptstadt Des Moines.

Auch mußte TB den beiden anderen erst von der Existenz eines Nasenhaarschneiders berichten, den diese schon fast zum Patent anmelden wollten. Allerdings warum dieser besonders bei stark wachsenden Ohren hilfreich sein soll konnte er nicht erläutern.

Als man in Biloxi ankam, stellte die Reisegruppe erschrocken fest, daß der Plastikball, mit dem man in den Hotelzimmern bisher für kaputte Glühbirnen und herabfallenden Putz gesorgt hatte nicht mehr da war. Die Vermutung IV könnte ihn in seinem Bauch versteckt haben erwies sich als falsch, so daß man natürlich TB für den Verlust als allein schuldig erklärte.

Das Luxushotel in Biloxi löste unterschiedliche Reaktionen aus. NOK war vom riesigen Casino mehr als begeistert, IV vom Mittagsbufett angetan, nur TB fand das absolut durchschnittliche Zimmer mit einfacher Fernsehmöglichkeit nicht angemessen. Aber er wollte ja sowieso den ganzen Tag unterwegs sein...

Die Casino-Vorfreude von NOK hatte sich nach wenigen Tagen schnell gelegt, nachdem die Dollarnoten bei ihm trotz mehrfacher Geldautomatbenutzung stets in rasantem Tempo weniger wurden, während TB, auch ohne die nötige Regelkenntnis, beim Black Jack täglich Gewinne erzielte. Aber Spaß hat es dennoch allen gemacht.

Der Strand war, so der einheitliche Eindruck, ganz o.k., aber warum mußte man ausgerechnet direkt darüber (!!!) ein Autobahnkreuz bauen, welches den Erholungswert geringfügig einschränkte. Aber zumindest der Pool wäre schön gewesen, hätte er nicht ausschließlich die Tiefe eines Kinderbeckens gehabt. Wahrscheinlich wollte man das Risiko, NOK könnte ertrinken, nicht eingehen.


Für dieses Foto hat TB extra für einige Minuten das Hotelzimmer verlassen.

Zur Abwechslung eine Portion Minigolf, so war die eigentlich gute Idee. Allerdings als IV bereits nach dem dritten Loch voller Wut Ball, Schläger und sonstiges um sich warf als der Ball erneut nach sieben Schlägen nicht in Lochnähe ankam, war bei ihm von guter Laune nichts mehr zu spüren. Überflüssig zu erwähnen, daß IV fast einen neuen Bahnrekord mit reichlich 100 Schlägen erzielte. Das genaue Ergebnis wurde in den US-Medien allerdings nicht veröffentlicht.

Während der über 6000 km langen Autofahrt von Kanada hatten sich logischerweise auch einige Verkehrsverstöße unserer talentierten Rennfahrer ereignet, die von den amerikanischen Behörden gnadenlos geahndet wurden. Allerdings hätten diese wohl besser auf sofortige Zahlung plädieren sollen, denn nachdem sich die Strafzettel wochenlang friedlich auf den verschiedensten Tischen in den Hotelzimmern ausgeruht hatten, wurden sie kurz vor der Abreise aus den Südstaaten von dreisten Dieben entwendet, noch bevor unsere zahlungswilligen Touristen die Überweisung veranlassen konnten. Nun bleibt zu hoffen, daß die Mietwagenfirma noch die Beträge von der Kreditkarte abbuchen wird, damit die rezessionsgebeutelte amerikanische Haushaltskasse nicht ganz um sein Geld gebracht wird.

Am letzten Tag bei einem Kurztrip nach New York war TB, wie immer in Manhatten, besonders gut gelaunt. Dies sollte sich allerdings schnell ändern, als der Besuch der Metrostars aus verkehrstechnischen Gründen nicht zu stande kam und nicht nur über die weitere Vorgehensweise, sondern auch allgemeine über die Zuversicht das Spiel noch zu sehen Dissens herrschte. Aber bezeichnend für die gesamte Reise war die kleine Unstimmigkeit nach kurzer Zeit vergessen und verziehen.

Also insgesamt ein super gelungener Urlaub mit viel Spaß für alle Beteiligten. Sicherlich wird es nicht der letzte gemeinsame Urlaub gewesen sein. Als nächstes möchte TB unbedingt zur Straßenbahn-Weltmeisterschaft...